Brennessel – eine echte Alleskönnerin

Die Brennessel

Die Brennessel gehört zur Familie der Brennessel-Gewächse (Urticaeae) und ihren Namen verdankt sie den Stängeln und Blättern, die mit sogenannten Brennhaaren besetzt sind. Bei Berührung von frischen Pflanzen brechen die Spitzen dieser Brennhaare ab und der Inhalt wird freigesetzt.

Dieser Inhalt besteht aus Histamin, Acetylcholin, Serotonin, Natriumforminat und Methansäure (auch Ameisensäure genannt). Es ist jedoch noch nicht endgültig erforscht, welcher Wirkstoff für die schmerzhaften Quaddeln auf der Haut verantwortlich sind.

Es gibt die ein- bzw. zweigehäusige Pflanze. Das bedeutet, dass die weiblichen und männlichen Blüten auf einer Pflanze als auch auf verschiedenen Pflanzen anzutreffen sein können.

Die Höhe der Brennesseln variiert je nach Standort und Art zwischen zehn und 250 cm.

In Mitteleuropa gibt es ca. 45 verschiedene Brennesselarten.

Die Blütezeit ist von Juni bis Oktober.

Die Pflanze besitzt winzige Blüten, die vorwiegend in weiss, jedoch auch in violetter Farbe blühen.

Brennessel

Bei Schmetterlingen ist die Brennessel sehr beliebt, da sie ihnen hauptsächlich als Futterpflanze dient.

Heilende Wirkung

Diese Pflanze steckt neben Mineralstoffen, Vitaminen und Enzymen auch voller Powerstoffe (z. B. Serotonin, das ´Glückshormon´ und Acetylcholin, dem Nervenbotenstoff).

Sie hilft bei vielen Beschwerden, u. a. bei der Linderung von Allergien und Ekzemen.

Bei rheumatischen Beschwerden, Hexenschuß oder Ischias können Sie die schmerzenden Stellen mit den Brennesselzweigen abreiben. Dieses lindert die Schmerzen und die Durchblutung wird gefördert.

Junge Brennesselblätter liefern ausserdem einen sehr hohen Eisengehalt. Besonders beliebt sind die Blätter in Saucen und Suppen. Vor dem Verzehr kochen Sie die Blätter kurz auf oder hacken diese sehr klein, damit es nicht auf der Zunge und am Gaumen brennt.

Brennessel Inhaltsstoffe

Die Brennessel ist reich an wertvollen Bestandteilen: Vitamin C, Provitamin A, Vitamin E, Vitamin K, Vitamin B1, B2 & B5, Flavonoide, Eisen, Folsäure, Ballaststoffe, Kieselsäure, Magnesium, Kalzium- und Kaliumsalze, Phosphor, Stickstoff, Antioxidantien, Kalk und Amine. Die Wurzeln der Brennessel enthalten Gerbstoffe sowie Beta-Sitosterin. Darüber hinaus enthält Sie auch sehr wertvolles pflanzliches Eiweiß.

Brennesseltee

Brennesseltee wird aus den Brennesselblättern gewonnen. Die Brennessel wird von vielen Menschen als Unkraut bezeichnet, aber immer mehr setzt sich die Pflanze weltweit als Heilmittel durch.

Es können auch frische Brennesseltriebe genutzt werden, ideal sind die jungen Triebspitzen im Frühjahr. Falls die Brennesseln schon Samen haben, dann sollten Sie die Brennesselsamen mit nutzen, da die Pflanze alle wertvollen Inhaltsstoffe in die Samen steckt.

Brennesseltee

Für den Tee sollten nur die jungen Blätter verwendet werden, da die großen, älteren Blätter bitter sind. Für die Herstellung des Tees werden die Blätter getrocknet und anschließend mit heißem Wasser übergossen. Die Menge von Teeblättern und Wasser variieren je nach Anwendungsgebiet. Ebenso die Ziehzeit, sie ist auch bei jeder Anwendung unterschiedlich.

Der Brennesseltee wirkt als Muntermacher und weckt die müden Geister in Ihnen. Durch seinen hohen Eisengehalt werden Sie wieder aktiv und Sie fühlen sich fit und ausgeruht. Dazu trinken Sie jeden Morgen eine Tasse Brennesseltee schon vor dem Frühstück und im Verlauf des Morgens noch zwei Tassen hinterher.

Gern getrunken wird der Brennesseltee als Unterstützung zu einer Diät. Man sagt dem Tee eine entschlackende und harntreibende Wirkung nach. Diese beiden Eigenschaften werden gerade bei einer Fastenkur verstärkt gewünscht. Des weiteren regt der Brennesseltee die Verdauung an, auch eine positive Begleitung während einer Diät.

Doch nicht nur in der Medizin kann sich der Brennesseltee behaupten. In der Pflanzenwelt ist der Sud des Tees sehr willkommen. Er bekämpft Blattläuse auf natürliche Weise ohne Chemie. Für die Bearbeitung der Pflanzen kochen Sie 1 Liter Wasser auf und geben drei Esslöffel Tee hinein. Den Tee lassen Sie 24 Stunden stehen, anschließend seihen Sie den Sud ab. Mittels einer Sprühflasche können Sie nun die befallenen Pflanzen bearbeiten. Erfreut werden Sie am nächsten Tag feststellen, dass Ihre Pflanzen von den Blattläusen befreit sind.

Ob für Mensch, Tier oder Pflanze, der Brennesseltee sollte in keiner Hausapotheke fehlen. Durch sein breites Spektrum an Einsatzgebieten wird sich immer eine Gelegenheit finden, den Brennesseltee zu trinken. Sie sollten es allerdings nicht übertreiben, denn durch seine harntreibende Wirkung kann man schnell den körpereigenen Wasserhaushalt durcheinander bringen.

Für Menschen, den der Tee gar nicht schmeckt, empfiehlt es sich, ein paar Tropfen Zitrone in den Tee zu geben, das verbessert den Geschmack. Sie können ihn natürlich auch als Kräuterteemischung bekommen, die Wirkung der Brennessel ist bei jeder Variation gleich.

Brennesseltee Wirkung

Gegen Akne wirkt der Tee wunderbar und man sagt ihm nach, dass er auch Harnwegsentzündungen bekämpfen kann. Ob Heuschnupfen, Kopfschmerzen, Erkältungen oder Ekzeme, der Brennesseltee findet ein breites Einsatzgebiet in der Medizin.

Der Brennesseltee hat eine entwässernde und zugleich verdauungsfördernde Wirkung. Er wird bei Fastenkuren oder bei Gichtleiden oft empfohlen. Auffallend ist auch die stark harntreibende Wirkung des Brennesseltees, hervorgerufen durch das enthaltene Kalium. Folsäure und Eisen üben einen positiven Effekt auf die Blutbildung aus. Die Kieselsäure verbessert das Bindegewebe und kräftigt Fingernägel sowie Haare. Provitamin A und Vitamin C stabilisieren das Immunsystem. Flavonoide besitzen gleich mehrere gesundheitsfördernde Aspekte. Bei Mitverwendung der Wurzeln unterstützt das darin enthaltene Beta-Sitosterin begleitend die ärztliche Behandlung eines gutartigen Prostatakarzinoms.

Brennesseltee Zubereitung

Falls Sie die Blätter für Ihren Tee selbst pflücken möchten, sollten Sie beim Ernten Gummihandschuhe tragen. Verwenden Sie die jungen, zarten Brennesselblätter. Mit den Spitzen nach unten hängen Sie diese zum Trocknen auf. Für einen Viertelliter benötigen Sie einen Esslöffel getrocknete Brennesselblätter. Einfacher geht es mit fertiges Tees – lose erhältlich oder in praktischen Teebeuteln. Die getrockneten Blätter übergießen Sie mit kochendem Wasser und lassen den Tee 10 Minuten ziehen. Schmeckt Ihnen der Tee zu herb, süßen Sie gern entsprechend nach.

Brennesseltee Anwendungen

Wegen der intensiven entwässernden Wirkung sollten Sie Ihren Brennesseltee-Konsum auf maximal einen Viertelliter täglich beschränken. Erreichen Sie tatsächlich diese tägliche Menge häufig, achten Sie bitte darauf, dies nicht länger als drei Wochen zu praktizieren. Andererseits eignet sich der Brennesseltee aufgrund seiner entwässernden Wirkung, bei der auch toxische Stoffe ausgeschwemmt werden, hervorragend als Entschlackungs- beziehungsweise Entgiftungskur. In Absprache mit einem Arzt sind Kuren zwischen vier und acht Wochen durchaus gesund. Ebenfalls unterstützend wirkt Brennesseltee während einer Fastenkur.

Neben seiner harntreibenden Wirkung hat sich Brennesseltee als entzündungshemmend erwiesen, weshalb er besonders gern bei Blasen- und Niereninfektionen angewendet wird. Das enthaltene Vitamin C wirkt neben seiner immunstärkenden Eigenschaft außerdem hilfreich bei der Aufnahme und Verwertung des ebenfalls enthaltenen Eisens.

Weitere beliebte Einsatzbereiche für die Wirkstoffe der Brennessel sind die Haarpflege, Hautbildverbesserung, Stoffwechselförderung, Verdauungsbeschwerden, Gicht und Rheumatismus.

Brennesseljauche

Brennesseljauche ist ein stickstoffhaltiger Dünger, der das Wachstum fördert und gleichzeitig Schädlinge bekämpft. Sie ist kostenlos verfügbar, da Brennesseln überall wachsen. Bei der Herstellung und Anwendung ist darauf zu achten, dass ein relativ starker Geruch entsteht, es müssen Handschuhe und entsprechende Kleidung getragen werden.

Brennesseljauche herstellen

Man verwendet Brennesseln ohne Blüten, die in einem Verhältnis von 1 : 10 mit kaltem Wasser angesetzt werden, also 1 kg Brennesseln mit 10 Liter Wasser. Regenwasser wird wegen des geringeren Kalkgehaltes bevorzugt verwendet. Als Gefäß ist ein Fass aus Kunststoff oder Holz geeignet, das zu drei Vierteln gefüllt und mit einem Gitter abgedeckt wird (luftdurchlässig). Es sollte möglichst in der Sonne stehen, an einem Ort, an dem der Geruch wenig stört. Täglich wird einmal umgerührt. Nach einigen Tagen beginnt die angesetzte Brühe zu gären, was an der Schaumbildung sichtbar wird. Durch die Zugabe von Gesteinsmehl wird der Geruch etwas gebunden. Nach 10 – 14 Tagen hat die angesetzte Jauche eine dunkle Färbung und ist dann fertig. Sie hält sich sehr lange, wenn sie dunkel gelagert wird und abgedeckt bleibt.

Brennesseljauche Verwendung

Die Jauche kann prinzipiell für alle Pflanzen außer Zwiebeln, Knoblauch, Bohnen und Erbsen verwendet werden. Um den Boden im Frühjahr zu verbessern, kann sie unverdünnt ausgebracht werden. Einige Gärtner wenden die frische, gärende Jauche auch schon an, meistens kommt der vergorene, reife Sud zum Einsatz. Die frische Jauche eignet sich jedoch gut zur Schädlingsbekämpfung in einer 1 : 50 Verdünnung. Wird sie als Dünger eingesetzt, verdünnt man sie 1 : 10 mit Wasser und setzt sie bevorzugt im Wurzelbereich der Pflanzen ein, für die Rasendüngung sollte 1 : 50 verdünnt werden. Die Brennesseljauche schließt den Boden auf und sorgt für die Entnahme von Nährstoffen durch die Pflanzen. Die Düngung, die auch für Zimmerpflanzen geeignet ist, sollte etwa 14-tägig erfolgen.

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